Urlaub in Bozen: Sehenswürdigkeiten & Ausflüge
Mildes Klima, grüne Berglandschaft, die Dolomiten vor der Haustür, dazu charmante Gassen und das Aufeinandertreffen verschiedener Kulturen: Das alles und so viel mehr ist Bozen, die Hauptstadt von Südtirol. Zu entdecken gibt es dort genug, angefangen bei der hübschen Altstadt bis zu Ausflügen in die nähere Umgebung.
Inhalte
Ein paar Tage frei, ein bisschen Zeit, um mal wieder rauszukommen aus dem Alltagstrott. Mein Miniurlaub im April führte mich für dreieinhalb Tage nach Bozen, Südtirols Hauptstadt. Ich hatte Lust auf Urigkeit und wollte vor allem in die Natur. Ich wog ein paar Optionen ab und fand in Bozen ein geeignetes Reiseziel: Berge, Natur, mediterranes Klima und eine schöne Altstadt. Perfekt! Und noch besser: Bozen gilt zwar nicht gerade als günstiges Reiseziel, doch zu meiner Freude fand ich preiswerte Bahntickets und eine erschwingliche Unterkunft in der Villa Anita, die nur fünf Minuten Fußweg von der Altstadt entfernt ist.
Bozen im Überblick
Land: Italien
Einwohner: rund 107.000
Lage: Norditalien, im Etschtal in einem Talkessel der Alpen
Sehenswürdigkeiten & Aktivitäten: u.a. durch die Altstadt bummeln, ein Museum besuchen, auf der Oswaldpromenade spazieren, ein Eis an der Talfer essen, mit der Seilbahn auf den Ritten fahren, Ausflüge in die Umgebung wie dem Karer See
Gut zu wissen:
- Bozen ist die Hauptstadt von Südtirol und die größte Stadt der gleichnamigen autonomen Provinz.
- Bozen gilt als Begegnungsort zwischen dem deutsch- und italienischsprachigen Kultur- und Wirtschaftsraum. Tatsächlich treffen hier die Sprachen Italienisch, Deutsch und Ladinisch aufeinander, wobei Italienisch den größten Anteil ausmacht.
- Straßenschilder, Ortsnamen, Hinweistexte etc. sind meistens mehrsprachig bedruckt: Italienisch, Deutsch und Englisch. In ladinischen Gebieten kommt noch Ladinisch hinzu.
- Entsprechend der oben genannten Punkte gibt es zwei amtliche Namen der Stadt: Bozen (deutsch) und Bolzano (italienisch). Die Ladiner kennen es als Bulsan.
- Bozen ist, wie die gesamte Alpensüdseite, durch mediterranes, mildes Klima geprägt. Die Kessellage bewirkt in den Sommermonaten jedoch eine erhöhte Wärmebelastung und generell eine höhere Luftverschmutzung, da die Luftzirkulation durch die Tallage eingeschränkt ist.
- Auch wenn es frühmittelalterliche Belege für den Ortsnamen gibt, begann die Geschichte von dem Bozen, wie wir es heute kennen, ab etwa ab 1170 mit dem Bau der Laubengasse. Veranlasst wurde der Bau von Fürstbischöfen von Trient, die einen Handelsplatz im Bozner Talkessel schaffen und kontrollieren wollten. Bozen war bereits damals ein wichtiges (europäisches) Handelszentrum.
Von Köln nach Bozen mit der Bahn
Meine Anreise nach Bozen erfolgte von Köln aus mit der Bahn. Vor einigen Jahren bin ich dieselbe Strecke zum Gardasee gefahren, nur dass ich dieses Mal etwas früher ausgestiegen bin – statt Rovereto hieß mein Stopp Bozen/ Bolzano.
Die Fahrt ist mit nur einem Umstieg ganz unkompliziert, wenngleich ich eine Fahrtzeit von rund zwölf Stunden in Kauf genommen habe. Von Köln bin ich mit dem ICE nach München gefahren und konnte dort nach reichlich Umsteigezeit den EC nach Bozen nehmen.
Von München gibt es täglich fünf Direktverbindungen mit dem Railjet (RJ) oder EuroCity (EC), die Fahrzeit beträgt knapp vier Stunden. Mein Highlight war die Fahrt durch die Alpen. Almen, Berge, schneebedeckte Gipfel, Flusstäler: Die Landschaft ist so schön und abwechslungsreich, dass die Zeit wie im Flug vergeht.
Weil die Tickets günstiger waren, bin ich sowohl auf dem Hin- als auch auf dem Rückweg über Nacht gefahren. So habe ich insgesamt knapp 80 Euro für beide Strecken bezahlt. Mit ein bisschen Vorlaufzeit und Flexibilität finden sich solche Preise immer wieder bei der DB. Eine Platzreservierung würde ich empfehlen, denn der Zug von München nach Bozen kann ziemlich voll werden.
Der Bahnhof Bozen/ Bolzano befindet sich gleich neben der Innenstadt. Am Ausgang muss man nur einmal die Hauptstraße überqueren und schon befindet man sich im Bahnhofspark mit riesigen Bäumen und einer Shoppingmall.

Persönliche Eindrücke
Jeder Urlaub bringt persönliche Eindrücke und Erinnerungen mit sich. Wie sind die Menschen? Wie war die Atmosphäre in der Stadt? Sind mir besondere Dinge aufgefallen? In diesem Abschnitt versuche ich zumindest ein paar meiner Eindrücke festzuhalten.
- Wie im Abschnitt “Überblick” beschrieben, klingen durch Bozen verschiedenste Sprachen und Dialekte. Bevor ich jemanden angesprochen habe, war meine erste Frage immer “Deutsch oder Englisch?”. Die meisten Menschen sprechen mehrere Sprachen, aber nicht alle. Manchmal musste ich auch einfach auf die gute alte Verständigung mit Hand und Fuß zurückgreifen.
- Farben, Natur und Details fürs Auge sind überall in Bozen zu finden. Das war nicht nur schön für die Augen, sondern auch für die Seele.
- Schlern, Rosengarten und Latemar. Diese Bergmassive der Dolomiten waren meine ständigen Begleiter und voller Ehrfurcht sah ich, wann immer möglich, zu ihnen hinauf. Was für eine Aussicht, was für ein Gefühl. Wie riesig und massiv sie sind! Kein Bild der Welt kann diese Erhabenheit wiedergeben, man muss sie mit eigenen Augen gesehen haben.
- Die Bozener empfand ich zuweilen als distanziert und wenig herzlich – nicht alle, aber viele. Bei Ausflügen in die Umgebung, etwa nach Kobelstein und Lengmoos, war das Gegenteil der Fall. Alle grüßten, lachten und selbst ganze Schulklassen bei ihren Wanderausflügen ließen Servus, Grüezi und Hallo verlauten.
- Achtung Fahrräder! Bozen ist eine echte Fahrradstadt mit einem Anteil am städtischen Verkehr von rund 30 Prozent. Die Radwege wurden systematisch zu zweibahnigen Streifen parallel zum Autoverkehr ausgebaut und auch durch die Innenstadt sausen Radfahrer durch die Straßen.
- Sind Hot Dogs und Würste ein Ding in Bozen? Ich hatte den Eindruck, dass ich ständig an Würstelbuden mit breiter Angebotspalette vorbeikam, selbst in Meran.
- Bozen gilt als eine der teuersten Städte Italiens. Die Lebenshaltungskosten sind mindestens mit denen in Deutschland vergleichbar. Um ein wenig Geld einzusparen, habe ich häufig Essen im Supermarkt gekauft, das teilweise auch teurer war als hier.

Rundgang durch die Altstadt Bozen & Sehenswürdigkeiten
Bei meiner Ankunft in Bozen habe ich die schöne Altstadt durchaus registriert, aber die kunstvollen Fassaden und Plätze sind mir erst nach und nach bewusst aufgefallen. Dann war es ein Genuss, durch die Innenstadt von Bozen zu schlendern und dabei so viel zu entdecken. Kein Haus gleicht dem anderen. Die Fassaden sind bunt, teilweise mit Fresken versehen, mit Stuck verziert und wirken durch Sprossenfenster, Fensterläden und kleinen Erkern überaus charmant.
Hauptstraßen wie die Laubengasse und Dr.-Joseph-Streiter-Gasse sind mit schmalen Durchgängen verbunden, die meine innere Abenteurerin auf irgendeinen geheimen Fund hoffen ließen (was an so einem touristischen Ort nicht möglich ist). Schon steht man vor dem nächsten Platz oder historischem Fundstück, wie den zwei Spitzbögen in der Joseph-Streiter-Gasse.
In der Innenstadt von Bozen befinden sich für alle Wissbegierigen viele Museen, an erster Stelle ist das Archäologie Museum Südtirol mit Ötzi, der Gletschermumie, zu nennen. Weitere Museen sind beispielsweise das Museion, Stadtmuseum und der Domschatz. Auf der
offiziellen Webseite der Stadt Bozen findest du viele weitere Sehenswürdigkeiten.

Waltherplatz
Bozens “Gute Stube” und Hauptplatz ist der Waltherplatz (Piazza Walther), benannt nach dem mittelalterlichen Dichter Walther von der Vogelweide – der Name sagt dir vielleicht noch was aus dem Deutschunterricht. Seit König Maximilian von Bayern den Platz 1808 errichten ließ, wurde er mehrmals umbenannt, nur um am Ende des Zweiten Weltkrieg wieder bei Waltherplatz zu landen. Der Namensgeber steht in Form eines Denkmals in der Mitte des Platzes und beobachtet still das bunte Treiben um ihn herum.
Cafés, Geschäfte, bunte Blumenbeete und Bänke schaffen eine freundliche, einladende Atmosphäre. Jung und Alt, Touristen und Einheimische treffen hier auf- und sich miteinander. Bei einem Cappuccino in der Sonne mit Blick auf den hübschen Platz und die grünen Berge im Hintergrund lässt es sich gut aushalten. Als gesellschaftliches Zentrum der Stadt finden hier traditionelle Märkte wie der Christkindlmarkt, das Südtirol Jazzfestival Alto Adige und der Blumenmarkt statt.

Bozner Dom Maria Himmelfahrt
Wenn es an Einem in und um Bozen nicht mangelt, sind es Kirchen. Direkt neben dem Waltherplatz erhebt sich der Bozner Dom Maria Himmelfahrt mit seinem 65 Meter hohen Turm. Etwa 1420 wurde das gotische Bauwerk fertiggestellt. Zuvor befanden sich an selber Stelle eine frühchristliche Basilika und eine romanische Kirche, deren Spuren immer noch zu finden sind.
Der Dom kann täglich kostenlos besichtigt werden. Sehenswert sind vor allem das Kreuzigungsfresko, die kunstvoll ausgearbeiteten Portale sowie der marmorne Hochaltar aus dem 13. Jahrhundert. Ich habe die Kirche nur von außen bewundert und staunte vor allem über das außergewöhnliche Muster auf dem Dach.

Laubengasse
Bei einem Rundgang durch die Altstadt von Bozen kommt man um eine Straße nicht herum: die Laubengasse, auch bekannt als Bozner Lauben. Sie ist wohl die berühmteste Straße Bozens, und das aus gleich mehreren Gründen.
Zum einen bietet sie ein mondänes Einkaufserlebnis, denn unter den überdachten Fußwegen reihen sich schicke Boutiquen, traditionsreiche Geschäfte, aber auch moderne Läden aneinander. Zwischendrin Cafés und Feinkostgeschäfte – ein Paradies für jeden, der gerne bummelt. Bei Regen kann man ganz entspannt unter den Gewölben shoppen, ohne nass zu werden und ist trotzdem draußen.
Zum anderen ist die Architektur auch hier ein Hingucker. Wenn man sich an den langen Arkadengängen sattgesehen hat, lohnt sich der Blick nach oben zu den Erkern und hübschen Fassaden. Tatsächlich handelt es sich hierbei aus historischer Sicht um die sogenannten “Schauseiten”. Denn über den Geschäftsräumen im Erdgeschoss befanden sich die Laubenwohnungen der damaligen reichen Kaufleute mit eben jener Schauseite. In den hinteren Teilen der rund 20 Meter langen Häuser lebte das Personal.
Die Bozner Lauben verlaufen vom Rathausplatz zum Obstmarkt und sind rund 300 Meter lang. Die Architektur solcher Laubengänge ist auch in anderen Städten zu finden, so etwa im benachbarten Meran, aber auch in deutschen Städten wie Münster oder Hamburg.
Weitere Gassen in der Altstadt Bozen
Die Altstadt von Bozen hat mehr zu bieten als Laubengasse und Obstmarkt. Jede Straße, jeder Platz hat einen ganz eigenen Charme und steht der Laubengasse in nichts nach. Da ist zum Beispiel die Dr.-Joseph-Streiter-Gasse, die nördlich parallel zur Laubengasse verläuft. Hier gibt es das ikonische Lokal “Fischbänke” am ehemaligen Fischmarkt, aber auch interessante Architektur wie den beiden Spitzbögen.
Die Silbergasse verläuft südlich parallel zur Laubengasse und mündet im Osten am Kornplatz mit dem Waaghaus. Willst du mehr über die wirtschaftliche Geschichte Bozens erfahren und einen Einblick in das Handelsleben erhalten, kannst du das hier ansässige Merkantilmuseum besuchen.
In der Bindergasse und der sich daran anschließenden Weintraubengasse gibt es viel Gastronomie und – meiner Meinung nach – die schönsten Häuser, Blick auf den Rathausturm, schmiedeeiserne Schilder und einen riesigen Pfau. Läuft man in Richtung Süden, wird diese schöne Kulisse von den grünen Bergen im Hintergrund eingerahmt.
Mein Tipp:
Wenn du durch die Altstadt bummelst, laufe auch durch die schmalen Durchgänge, die die Hauptstraßen miteinander verbinden. Du entdeckst teilweise versteckte Cafés und bekommst Eindrücke davon, wie die Laubengebäude mit ihrem Lichthof im Inneren aufgebaut sind.
Obstmarkt
Für alle, die gerne über Märkte schlendern, hält Bozen ein weiteres Schmankerl bereit: den Obstmarkt, oder auf Italienisch: Piazza delle Erbe. Hier reihen sich farbenfrohe Stände mit einem riesigen Angebot an Obst, Gemüse, Blumen, Käse- und Wurstwaren sowie Gewürzen, aber auch Ölen und Likören aneinander. Das ganze Jahr über, außer sonntags, kann man hier einkaufen und Atmosphäre genießen.
Seit mehr als 500 Jahren werden an diesem Ort Waren feilgeboten. Die Landleute kamen hierher, um ihre Lebensmittel der Stadtbevölkerung zu verkaufen. Für mich als Germanistin ist es außerdem spannend, dass auch Goethe Bozen 1786, und somit den Obstmarkt, auf seiner Italienreise besucht hat. Er schrieb:
“Bei heiterm Sonnenschein kam ich nach Bozen. Die vielen Kaufmannsgesichter freuten mich beisammen. Ein absichtliches, wohlbehagliches Dasein drückt sich recht lebhaft aus. Auf dem Platze saßen Obstweiber mit runden, flachen Körben, über vier Fuß im Durchmesser, worin die Pfirschen nebeneinander lagen, daß sie sich nicht drücken sollten. Ebenso die Birnen.”
Von Goethes Aufenthalt zeugen die Johann-Wolfgang-von-Goethe-Straße sowie eine Gedenktafel an der Ecke zur Museumstraße, die an den Gasthof “Zur Sonne” erinnert, in dem Goethe und weitere “Promis ihrer Zeit” übernachteten. Das Haus wurde 1873 abgerissen.

Schloss Maretsch
Mitten im Zentrum von Bozen liegt, von Weinstöcken umgeben, Schloss Maretsch, das 1273 erstmals erwähnt wurde. Es ist ein echter Blickfang, besonders wenn man von der Wassermauer-Promenade draufblickt und sich im Hintergrund der beeindruckende Rosengarten emporhebt.
Heute ist das Schloss ein buchbarer Veranstaltungsort. Wer es besichtigen möchte, muss dafür etwas flexibel sein, denn es hat nur geöffnet, wenn keine privaten Veranstaltungen stattfinden. An welchen Tagen im Monat das Schloss besichtigt werden kann, erfährst du bei den Besucherinfos auf der Website. Der Eintritt kostet fünf Euro.
Ich hatte Glück, denn während meines Urlaubs in Bozen hatte Schloss Maretsch geöffnet. Zu sehen gibt es hauptsächlich Renaissance-Fresken (also Wandmalereien), sowohl in den Sälen als auch im schönen Laubengang. Besonders charmant fand ich, dass in den oberen Etagen eine Ausstellung zu den Anfängen des Tourismus im 19. Jahrhundert in Bozen zu finden ist. Die Erfindung der Postkarte, Postkartenmotive, originale Schreiben und Reisekoffer bilden ein unterhaltsames kleines Ensemble. Der krönende Abschluss der Besichtigung ist der Aufstieg auf den Bergfried, von dem aus man einen herrlichen Ausblick auf den Rosengarten, Bozen und die Weinstöcke hat.


Talfer und Talferpromenade
Freizeit und Entspannung kommen in Bozen neben Kultur und Kulinarik ebenfalls nicht kurz. Entlang der durch Bozen fließenden Talfer bilden die Talferwiesen ein zentrales Naherholungsgebiet. Auf den Wegen und Promenaden kann man herrlich spazieren, es gibt zahlreiche Spielplätze und Sportanlagen und genug Platz zum Bolzen oder Drachen steigen lassen.
Der Zusammenfluss Talfer - Eisack ist ebenfalls sehenswert. In der naturnahen Flussaue mündet die Talfer in den Eisack, der wiederum ein paar Kilometer südlich in die Etsch (Adige) mündet. Am liebsten aber bin ich auf der Wassermauer-Promenade (Talferpromenade) unter den riesigen schattenspendenden Bäumen spaziert. Zahlreiche Bänke laden zu kleinen Pausen ein, von denen sich das bunte Treiben gut beobachten lässt.

Der Rosengarten und die Sage um König Laurin
Bozen gilt als “Tor zu den Dolomiten”. Nur rund 20 Kilometer östlich von Bozen liegt der Gebirgszug Rosengarten, der für sein Alpenglühen bekannt ist. Wie das Alpenglühen entsteht, erklärt die Sage vom Zwergenkönig Laurin:
König Laurin herrschte über das Zwergenvolk, das in den Bergen nach Erzen und Edelsteinen grub. Er besaß große Reichtümer und einen herrlichen Palast, aber sein größter Schatz war sein Rosengarten.
Eines Tages lud der König an der Etsch alle Adeligen der Umgebung ein, um einen Gemahl für seine Tochter Similde zu finden. Nur König Laurin erhielt keine Einladung. Mit Hilfe seiner Tarnkappe, die ihn unsichtbar machte, begab er sich trotzdem zu dem Fest, sah Similde, verliebte sich in sie und entführte sie kurzerhand in seinen Palast. Sofort zogen die Adeligen los, um Similde zu befreien. Sie stellten Laurin in seinem Rosengarten. Er zog seinen Zaubergürtel an, der ihm die Kraft von zwölf Männern verlieh, geriet aber trotzdem in Bedrängnis und setzte seine Tarnkappe auf. Es half nichts: Die Bewegungen der Rosen verrieten, wo Laurin sich aufhielt, sodass die Adeligen ihn überwältigen und abführen konnten.
Vor lauter Wut verfluchte König Laurin seinen Rosengarten: Kein Mensch solle ihn je wieder sehen, weder bei Tag noch bei Nacht. Doch er vergaß die Abenddämmerung und deshalb leuchtet der Rosengarten auch heute, wenn die Sonne untergeht.
Ausflüge rund um Bozen mit ÖPNV
Ein Grund, nach Bozen zu fahren, waren für mich die vielen und unkomplizierten Möglichkeiten, Ausflüge zu unternehmen und die Natur zu genießen. Je nach Ausflugsziel bin ich zu Fuß gegangen oder mit Bus und Bahn gefahren.
Gut zu wissen: ÖPNV in Bozen und Südtirol
Bozen und generell Südtirol verfügen über ein sehr gut ausgebautes Streckennetz im ÖPNV. Viele Unterkünfte verteilen den Südtirol Guest Pass an ihre Gäste, mit dem man alle öffentlichen Verkehrsmittel in Südtirol nutzen kann. Bei meiner Unterkunft gab es den Pass nicht, aber kein Problem: Der Verkehrsbund bietet die Mobilcard an, mit der man ebenfalls den gesamten ÖPNV in Südtirol nutzen kann. Es gibt sie in verschiedenen Ausführungen:
- Mobilcard 1 Kalendertag: 22,00 Euro
- Mobilcard 3 Kalendertage: 32,00 Euro
- Mobilcard 7 Kalendertage: 52,00 Euro
Ich habe mich für die 3-Tages-Karte entschieden und sie über die suedtirolmobil-App gekauft. Buchung und Zahlung haben problemlos funktioniert. Mit der App konnte ich mir außerdem alle Verbindungen, die ich brauchte, heraussuchen, sei es Bus, Bahn oder Seilbahn. Die Investition hat sich für mich absolut gelohnt, das Geld hatte ich schnell wieder drin.
Praxistipp: In der Regel muss man Tickets in Südtirol vor jeder Fahrt entwerten. Dafür stehen überall Entwerter, an die man sein Ticket hält. Leuchtet der Entwerter grün, ist das Ticket “freigeschaltet”.
Die Mobilcard kann nicht am Entwerter gescannt werden, auch wenn das suggeriert wird. Das hat bei mir an der Talstation Rittner Seilbahn, wo sie zum ersten Mal zum Einsatz kam, zunächst für ein großes Fragezeichen gesorgt und ich musste zweimal an der Kasse nachfragen, weil es vermeintlich nicht klappte.
Für die Mobilcard gilt: Das Ticket in der App bei Nachfrage oder Einstieg manuell vorzeigen. Dafür klickt man auf “Gültigkeit prüfen”, dann fährt auf dem Bildschirm eine Seilbahn vorbei und alles ist okay.

Mit der Rittner Seilbahn nach Oberbozen auf den Ritten
Zu jedem Urlaub in den Bergen gehört eine Fahrt mit der Seilbahn. Besonders praktisch ist dies, wenn die Seilbahn zum ÖPNV gehört und in der Mobilcard etc. inbegriffen ist. So etwa die Rittner Seilbahn, deren Talstation sich hinter dem Busbahnhof Bozen befindet.
Alle vier bis zwölf Minuten befördern die Gondeln Fahrgäste innerhalb von zwölf Minuten nach Oberbozen auf den Ritten auf eine Höhe von 1.227 Metern. Die Fahrt lässt einen auch die gesamten zwölf Minuten staunen: Zuerst über Bozen von oben und die Weinberge, dann kommt Respekt davor, wie steil es hoch geht und wenn man sich gerade zurücklehnen will, erscheinen die Dolomiten mit ihren eindrucksvollen zerklüfteten Massiven von Rosengarten, Schlern und Latemar.
Oben angekommen stehen Gästen vielfältige Freizeitmöglichkeiten offen: Kaffee trinken, wandern, die Dörfer auf dem Hochplateau besuchen oder mit der Schmalspurbahn weiterfahren, um beispielsweise die Erdpyramiden auf dem Ritten zu besichtigen.
Oberbozen, Ritten und die Sommerfrische
Oberbozen gilt als die Wiege der Sommerfrische, denn auf dem Sonnenplateau ist es um einige Grad kühler als unten im Tal. Diese Tatsache wussten schon die wohlhabenden Familien des 17. Jahrhunderts zu schätzen und flohen, wenn es im Tal unerträglich heiß wurde, auf den rund 1.200 Meter hohen Ritten. Sie errichteten ihre herrschaftlichen Sommerresidenzen in Oberbozen, Maria Himmelfahrt und Klobenstein.
Mit dem Bau der Zahnradbahn und der Schmalspurbahn war der Siegeszug als “Sommerfrische-Ort” nicht mehr aufzuhalten und öffnete zugleich dem Tourismus Tor und Tür.


Mit der Rittner Bahn von Oberbozen nach Klobenstein
Mein Plan war, mit der Rittner Schmalspurbahn nach Klobenstein zu fahren, weil ich mir die Erdpyramiden ansehen wollte (siehe nächster Abschnitt). Die rund 20-minütige Fahrt mit der kleinen Bahn ließ mich noch mehr staunen, als ich es bereits in der Seilbahn getan hatte. Auf dem sonnigen Plateau des Ritten fährt die Rittner Bahn an den schönsten und beeindruckendsten Bergpanoramen, weiten Wiesen und blühenden Bäumen vorbei und hat sich allein schon für die gemütliche Fahrt mit dieser Wahnsinnsaussicht gelohnt. Am nächsten Tag bin ich nochmal gefahren, einfach nur wegen der Aussicht.
Die Schmalspurbahn fährt in Oberbozen gleich neben der Bergstation der Seilbahn ab, pünktlich im 30 Minutentakt. Sie ist die letzte Schmalspurbahn in Südtirol und stammt aus dem Jahr 1907. Damals fuhr sie in Bozen vom Waltherplatz ab und überwand eine Steilstrecke mit einer fast durchgehenden Steigung von 25,5 Prozent, denn die Seilbahn gab es zu der Zeit noch nicht. Bis 1966 erledigte sie den gesamten Personen- und Gütertransport und galt als „Lebensnerv des Ritten“. Die Fertigstellung der Seilbahn löste die Schmalspurbahn von dieser Aufgabe ab, sodass sie nur noch auf dem Ritten verkehrt.
Mein Tipp: Wenn du in Oberbozen losfährst, setz dich in Fahrtrichtung rechts, dort wartet eine atemberaubende Aussicht. Die Rittner Schmalspurbahn ist ebenfalls in der Mobilcard (oder bspw. Südtirol Guest Pass) inbegriffen.


Erdpyramiden in Lengmoos
Die Rittner Erdpyramiden sind steile, kegelförmige Gesteinsformationen, die durch Erosionen entstanden sind. Auf der Spitze der Gesteine liegt häufig ein großer Stein, was dem Ganzen eine bizarre Form verleiht. Die Erdpyramiden vom Ritten gelten als die höchsten und schönsten Erdpyramiden Europas, weitere gibt's unter anderem in der Schweiz, Österreich, Serbien und Bulgarien. Ehrlich gesagt fand ich sie weniger spektakulär als den gesamten Weg von Bozen bis dorthin.
An verschiedenen Orten auf dem Ritten gibt es solche Erdpyramiden: in Oberbozen, Lengmoos und Unterinn. Die in Lengmoos sind am einfachsten mit einer leichten Wanderung von Klobenstein aus zu erreichen, deshalb entschied ich mich für sie. Verlässt man das Bahnhofsgebäude in Klobenstein, läuft man auf einen Wegweiser zu, der unter anderem den Weg zu den Erdpyramiden in Lengmoos weist. Diesem sehr gut ausgeschilderten Weg folgend, lief ich durch das urige Zentrum von Klobenstein, vorbei an Weiden mit Kühen, deren tönende Glocken um den Hals an einen Heimatfilm erinnerten. Der Ruf des Kuckucks war mein ständiger Begleiter, ebenso der Schlern, den ich wegen seinen zwei “Türmen” im Stillen Kölner Dom taufte.


Karer See
Eines meiner Ausflugs-Highlights war der Karer See, der knapp 30 Kilometer südöstlich von Bozen liegt. Der kleine See ist bekannt für intensive Farbkraft und Spiegelungen, gekrönt von der imposanten Kulisse des Gebirgstocks Latemar. Um den See führt ein Rundweg, der sehr leicht in rund 20 Minuten zu umlaufen ist.
Als ich morgens mit dem Linienbus ankam, machten mich das satte Grün der Tannen, das Farbenspiel des Sees und der mächtige, zerklüftete Latemar sprachlos. Gleichzeitig zog mir die Kälte in alle Glieder, denn oben, auf rund 1.500 Meter Höhe, herrschten im April um 9 Uhr morgens Temperaturen um den Gefrierpunkt. Der Frost brachte alles zum Glitzern und ließ den Ort noch mystischer erscheinen.
Ab dem Busbahnhof Bozen fährt die Linie 180 stündlich zum Karer See und benötigt gut 45 Minuten. Während der Fahrt schraubt sich der Bus vom Tal hinauf ins Gebirge und bietet tolle Aussichten.
Mein Tipp: Sei früh morgens am See, denn er ist so beliebt, dass sich dort ab 9:30/ 10:00 Uhr die Touristen häufen und auch ganze Busladungen keine Seltenheit sind. Gerade der Rundweg an der Nordseite mit der ikonischen Kulisse ist dann überlaufen.

Meran
Ein Tagesausflug führte mich nach Meran. Die Stadt liegt rund 35 Kilometer von Bozen entfernt und wird im Halbstundentakt von Bozen aus mit dem Regionalzug angefahren. Die Fahrzeit beträgt etwa 45 Minuten, perfekt also für einen Ausflug. Bei meinem Besuch fand das Merano Flower Festival statt, das die Vielfalt seltener Pflanzen feiert und gleichzeitig Ausstellern aus Europa Platz für ihre Produkte bietet. Somit war es an diesem Donnerstag vermutlich noch voller als es ohnehin gewesen wäre.
Trotz Trubel auf der Passerpromenade hat mir Meran unheimlich gut gefallen. Überall blühten Pflanzen in den prächtigsten Farben und die Kurstadt macht ihrem mediterranen Ruf wirklich alle Ehre, denn ich hätte mich auch irgendwo am Mittelmeer befinden können, statt hier in den Alpen. Die Architektur ist der von Bozen sehr ähnlich, auch hier gibt es beispielsweise eine Einkaufsstraße, die von Lauben gesäumt ist.
Die Gilfpromenade und der Tappeinerweg sind echte Highlights mit üppiger Natur, einer wild fließenden Passer und der Zenoburg, die über allem thront.

Oswaldpromenade
Oberhalb von Bozen verläuft die 1908 eröffnete Oswaldpromenade, ein beliebter Spazierweg mit Ausblick auf die Stadt. Der Weg ist gut 2,6 Kilometer lang, sein höchster Punkt befindet sich auf 240 Metern. Neben der Aussicht auf Bozen, Weinberge und Bergpanorama erwarten dich entlang der Promenade unter anderem Aussichtsplattformen, der berühmte Bilderrahmen sowie zahlreiche urige Weinhöfe rund um St. Magdalena. Damals liebten es die reichen Herrschaften, über solche Promenaden zu spazieren und den Blick über die Stadt zu genießen.
Mein Tipp: Nutze für den Aufstieg die Nordseite nahe der Antoniuskapelle bzw. gegenüber der “Schlössl Mühle”. Er zieht sich viel sanfter und teilweise im Zickzack hinauf und ist gut machbar, selbst für Menschen mit weniger Kondition wie mich.
Der Aufstieg über das Weindorf St. Magdalena an der Ostseite ist sehr, sehr steil. Selbst beim Heruntergehen hatte ich mächtig Probleme mit meinen Knien und bin nur vorsichtig getrippelt. Weiter unten kamen mir Spaziergänger entgegen, die bereits ordentlich aus der Puste waren, dabei stand ihnen der schlimmste Anstieg noch bevor …


Fazit: Urlaubsdomizil mit Traumkulisse
Mein Fazit lautet: Bozen ist auf jeden Fall einen Besuch wert. Die Stadt hat für viele Geschmäcker und Vorlieben etwas zu bieten: eine vielfältige Museumslandschaft, Kulinarik, Einkaufsmöglichkeiten, spannende Architektur, viele Freizeitmöglichkeiten, eine interessante Historie, denn das Bozen heute – dieser multikulturelle Kessel – kommt nicht von ungefähr.
Für mich standen in diesem Kurzurlaub die Ausflüge im Mittelpunkt. Dank der Mobilcard und dem gut ausgebauten ÖPNV konnte ich mich unkompliziert von A nach B bewegen und viel unternehmen.
Gleichzeitig bedeutet ein guter ÖPNV: Südtirol ist wunderschön, aber auch sehr touristisch, da alles erschlossen ist. Außerdem sollte man im Vorfeld beachten, dass Bozen bzw. Südtirol kein günstiges Pflaster ist. Mit ein bisschen Vorplanung und auch mal einem Einkauf im Supermarkt können aber auch Menschen mit kleinerem Urlaubsbudget hier eine tolle Zeit verbringen.
Über mich

Hey, ich bin Katrin, schön, dass du auf meinem kleinen Reiseblog gelandet bist. Ich bin leidenschaftlich gerne unterwegs, liebe es, neue Menschen und Orte kennenzulernen und immer wieder ein bisschen mehr von mir selbst. Der Blog richtet sich an alle, die gerne alleine reisen oder es einfach mal ausprobieren wollen. Ich wünsche dir viel Spaß beim Stöbern.
Das findest du auf meinem Blog
- Meine Erfahrungen als Alleinreisende
- Inspiration & Ideen
- Nützliche Tipps
- Echte Erlebnisse, eigene Recherche, keine KI










